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Christian Belz läuft am Köln-Marathon auf Platz 6

Christian Belz ist die Premiere über die Marathon-Distanz nicht nach Wunsch geglückt. Der 33-jährige Berner verpasste in Köln die angestrebte Olympia-Limite für Peking um etwas mehr als eineinhalb Minuten und erreichte das Ziel als Sechster in 2:15:07.


(Si) In den Kampf um den Sieg konnte Belz nie eingreifen. Aufgrund der Zielsetzung lief Belz sein eigenes Tempo und musste bereits auf den ersten Kilometern die Spitzenleute ziehen lassen. Gewonnen wurde das Rennen von Daniel Too. Der Kenianer setzte sich auf den letzten Kilometern von seinen Landsleuten Samuel Muturi und Kennedy Mburu ab und siegte in 2:11:05.

Während Belz zu Beginn das geplante regelmässige Rennen laufen konnte, kam für den 33-Jährigen der Einbruch in der zweiten Streckenhälfte schleichend. Bereits ab dem 28. Kilometer war Belz alleine unterwegs, nachdem die auf Belz´ Wunsch vom Veranstalter engagierten Tempomacher ausgestiegen waren. Vor allem der Gegenwind und die aufkommende Hitze machten dem Berner mit Fortdauer des Rennens immer mehr zu schaffen. "Ich habe zwar immer wieder versucht zu pushen, doch die Beine wurden immer leerer", so Belz. Gut vier Minuten nach dem Sieger erreichte er das Ziel im Kölner Messegelände und verpasste die geforderte Limite realtiv deutlich.

Lange schien es, als könnte Belz die von ihm und Trainer Fritz Schmocker für den Parcours durch die rheinländische Metropole aufgestellte Marschroute einhalten. Unterstützt von den beiden Tempomachern Sander Schütgens (Ho) und Hillary Kemboi (Ken) passierte Belz bei Streckenhälfte planmässig in 1:06:09. Auch nach 30 Kilometern lag der Schweizer Rekordhalter über 3000 m Steeple und 10 000 m noch im Fahrplan, ehe der kontinuierliche Leistungsabbau begann.

"Ich bin mit einem guten Gewissen nach Köln gekommen und habe geglaubt, eine realistische Chance zu haben", zeigte sich Belz nach dem Rennen etwas ernüchtert. Die Vorbereitung, in der er auch vom Erfahrungsschatz des WM-Dritten Viktor Röthlin profitieren konnte, verlief optimal. Die jüngsten Ergebnisse der Rennen in Rotterdam (Halbmarathon) und Bulle (10-km-Strassen-SM) stimmten Belz ebenfalls optimistisch.

Trotzdem hat der Berner den Umstieg von der Bahn auf die Strasse noch nicht ganz geschafft. Erst vor gut einem Jahr entschied sich der Läufer des ST Bern nach dem undankbaren 4. Platz über 10 000 m an den Europameisterschaften in Göteborg für einen Wechsel auf die Marathon-Strecke. Im April musste er sein für Zürich geplantes Debüt wegen gesundheitlichen Problemen verschieben.

Um an den Olympischen Spielen in Peking teilzunehmen, müsste der 14-fache Schweizer Meister bei einem Marathon im nächsten Frühjahr seine zweite und letzte Chance packen und die Limite unterbieten. In den nächsten Wochen wird der 33-Jährige vorerst das gestrige Rennen genau analysieren und die nötigen Schlüsse daraus ziehen.